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Campolide: Streit um das Projekt der Artilleriekaserne Eins

Gruppe junger Menschen hält Pläne und einen unterschriebenen Brief vor historischem Gebäude bei Sonnenlicht.

Im Herzen von Campolide hat ein seit Jahrzehnten brachliegendes Grundstück einen Konflikt zwischen der Stadtverwaltung Lissabon, Novo Banco und den Anwohnern des Viertels neu entfacht. Das für die ehemalige Artilleriekaserne Eins geplante Stadtentwicklungsprojekt umfasst 683 Wohneinheiten auf sieben Baufeldern und einer Fläche von knapp fünf Hektar. Es stößt bei Bewohnern und Fachleuten auf erheblichen Widerstand, die der Stadtverwaltung Lissabon vorwerfen, ein Vorhaben mit „technischen und rechtlichen Abweichungen“ voranzutreiben.

Die am 29. März gestartete und an die Stadtverordnetenversammlung von Lissabon (AML) gerichtete Petition hat bereits mehr als 430 Unterschriften gesammelt und wird derzeit geprüft. Zu den Unterzeichnern zählen Anwohner, Fachleute und Bürger unterschiedlicher politischer Richtungen, darunter der frühere PCP-Stadtrat Carlos Moura. Ihre Forderung ist eindeutig: Die Stadtverwaltung dürfe die Änderung der Parzellierung nicht genehmigen, bevor die von ihren eigenen Dienststellen festgestellten Probleme gelöst seien.

„Wir akzeptieren nicht, dass unregelmäßig gebaut wird, Gesetze missachtet und die Stellungnahmen der eigenen Dienststellen der Stadtverwaltung ignoriert werden“, heißt es in dem Dokument. Die Petenten betonen, dass sie sich nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung wenden. Im Gegenteil: Sie erkennen die Notwendigkeit an, in diesem Gebiet mit Wohnungen, öffentlichem Raum und einem lebendigen Quartier „Stadt zu schaffen“. Beanstandet wird vielmehr die Art, wie das Verfahren geführt wird.

Kritik am Stadtentwicklungsprojekt der Artilleriekaserne Eins

Die Einwände betreffen mehrere Punkte. Für das Projekt liegt eine negative interne technische Stellungnahme vor, während die städtische Mobilitätsdirektion die Verkehrsstudie als „nicht zufriedenstellend“ eingestuft hat. Zudem bleibt die Grünfläche 30,5% unter dem im kommunalen Flächennutzungsplan vorgeschriebenen Mindestwert – eine Abweichung, die die Petenten als schwerwiegend und nicht hinnehmbar bewerten.

Hinzu kommt, dass das Vorhaben mit 683 Wohneinheiten die gesetzliche Schwelle von 500 Wohnungen überschreitet, ab der eine Umweltverträglichkeitsprüfung verpflichtend ist. Auf diese Prüfung wurde jedoch verzichtet. Darüber hinaus sieht der Plan keinerlei bezahlbaren Wohnraum vor und ignoriert damit die Verpflichtungen, die 2024 durch das Gesetzesdekret zum Urbanistik-Simplex eingeführt wurden.

Ein Grundstück mit langer Vorgeschichte

Das Verfahren reicht bis ins Jahr 2016 zurück. Damals wurde die ursprüngliche Parzellierungsgenehmigung für das rund 10,9 Hektar große Areal erteilt, das von der Avenida Engenheiro Duarte Pacheco, der Avenida Conselheiro Fernando de Sousa, der Rua Marquês de Fronteira und der Rua de Artilharia Um begrenzt wird. Im Jahr 2024 hob die AML den Detailplan auf, der diesem Verfahren zugrunde lag; dagegen stimmten BE, Livre, PEV und PCP. Dadurch musste der Projektträger, der Immobilienvermögensverwaltungsfonds der Novo-Banco-Gruppe, eine Änderung der bestehenden Genehmigung beantragen.

Änderungen bei Fläche und Wohneinheiten

Der neue Entwurf behält die gesamte Geschossfläche von 133.168 Quadratmetern bei, verteilt sie jedoch deutlich anders. Die Fläche der Baufelder wurde von 41.278 auf 23.533 Quadratmeter verringert, während die Zahl der Wohneinheiten von 570 auf 683 stieg. Gleichzeitig erhöhte sich die für Wohnzwecke vorgesehene Fläche von 68.393 auf 79.152 Quadratmeter.

Die öffentliche Beteiligung lief zwischen Februar und März dieses Jahres. Nach Angaben der Stadtverwaltung gingen dabei etwa 200 Stellungnahmen ein, die nun ausgewertet werden. Die Anwohner erwarten, dass diese Prüfung ernsthaft erfolgt – und dass diesmal die Stadt das Projekt prägt, nicht umgekehrt.

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