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Forges de Bonpertuis: Eine traditionsreiche französische Schmiede schließt endgültig

Schmied in Werkstatt mit Helm und Hammer vor Amboss, alter Fotostapel und Schild „Forges de Bonpertuis“ auf Boden.

Forges de Bonpertuis: Das Ende einer Industrieinstitution

Die 1434 im Département Isère gegründeten Forges de Bonpertuis galten als Sinnbild französischer Metallkompetenz. Nun stellt die für die Qualität ihres Metalls bekannte Schmiede ihren Betrieb endgültig ein. Ausschlaggebend sind die rasant gestiegenen Produktionskosten.

Früher hörte man ununterbrochen die Maschinen und die Stahlstangen, die beim Verlassen der Öfen herunterfielen. Jetzt herrscht eine totenstille Ruhe“, berichtet eine Einwohnerin von Apprieu gegenüber Le Parisien. In dem kleinen Ort im Département Isère befindet sich das Stahlwerk seit sechs Jahrhunderten; der Legende nach soll dort auch das Schwert von Franz I. geschmiedet worden sein.

Am 23. Oktober stellte das Handelsgericht Lyon die Gesellschaft der Forges de Bonpertuis unter Zwangsliquidation. Damit endet die Geschichte eines der ältesten Juwelen der französischen Industrie, das massiv unter den explodierenden Preisen für Rohstoffe und Energie litt. Seit der Renaissance hatte das Unternehmen sämtliche Hindernisse überstanden, doch die beiden Übernahmeangebote wurden von der Justiz nicht als tragfähig genug bewertet.

Bei einem so alten Betrieb denkt man, er würde niemals schließen. Und doch ist es passiert. Das ist viel zu traurig. Wir waren eine Familie. Die Atmosphäre war gut“, bedauert ein ehemaliger Arbeiter, der mehrere Jahrzehnte bei Bonpertuis beschäftigt war. Das überlieferte Know-how des Unternehmens wurde von großen Namen wie Alstom, Laguiole, Seb und Siemens geschätzt. Dennoch reichte das letztlich nicht aus.

Die Forges de Bonpertuis und die Folgen für Apprieu

Mit dem endgültigen Erlöschen der Öfen fallen nun auch die 68 noch verbliebenen Arbeitsplätze weg. Zum Vergleich: In den 1970er-Jahren waren in den Schmieden 500 Menschen beschäftigt. Besonders bedauerlich ist die Lage, weil der 1859 errichtete Schornstein des Standorts als historisches Denkmal geschützt ist. Offen bleibt, was aus dem Gelände mit seinen alten Gebäuden und neueren Anlagen werden soll.

Auch um die Zukunft des Ortes gibt es Sorgen: „Hier gab es ohnehin nicht mehr viele Geschäfte, und mit dem Ende des Stahlwerks wird Apprieu zu einer Geisterstadt werden. Das ist schade“, stellt die Bäckerin bitter fest.

Französische Industrie zunehmend gefährdet?

Die CGT prangert ihrerseits die zögerliche Haltung der französischen Industrie an. „Nach Ferropem, Soitec, Teisseire und Nestlé folgen die Ankündigungen von Umstrukturierungen, Schließungen oder Kurzarbeit – begleitet vom ohrenbetäubenden Schweigen des Premierministers“, erklärt Nicolas Benoît, ihr Departementssekretär, ebenfalls gegenüber Le Parisien.

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