Steigt die Stromrechnung Monat für Monat, kann selbst ein nahezu unsichtbarer Bestandteil des Haushalts stärker ins Gewicht fallen, als viele vermuten.
Im Hauswirtschaftsraum, im Flur oder versteckt in einem Schrank arbeitet der elektrische Warmwasserspeicher unbemerkt rund um die Uhr. Er sorgt für warmes Wasser beim Duschen, zählt jedoch auch zu den grösseren Stromverbrauchern im Haushalt. Ein kleines Steuergerät verspricht, diesen Verbrauch zu senken, ohne dass jemand kalt duschen muss.
Warum der elektrische Warmwasserspeicher die Stromrechnung stark belastet
Ein elektrischer Warmwasserspeicher funktioniert wie eine grosse beheizte Thermosflasche: Er hält viele Liter Wasser dauerhaft auf Temperatur, damit sie jederzeit verfügbar sind. Dafür schaltet er sich mehrfach täglich ein und aus – auch dann, wenn gerade niemand duscht oder warmes Wasser am Wasserhahn nutzt.
Genau dieses fortlaufende Nachheizen macht das Gerät neben Klimaanlage und Kühlschrank zu einem der grössten Stromverbraucher im Haus. In zahlreichen Haushalten entfällt ein erheblicher Anteil der Stromkosten auf den Speicher, besonders bei Familien mit 3 oder 4 Personen und langen täglichen Duschgewohnheiten.
Das Problem besteht nicht nur darin, Wasser zu erwärmen: Der Speicher wird 24 Stunden täglich warmgehalten, selbst wenn er über längere Zeit nicht genutzt wird.
Die meisten Warmwasserspeicher verfügen über drei grundlegende Betriebsarten:
- Dauerbetrieb: Das Gerät darf jederzeit heizen und verbraucht dadurch fortlaufend Strom.
- Automatikbetrieb (mit Tag-/Nachtkontakt): Das Aufheizen konzentriert sich auf vom Energieversorger festgelegte Zeiträume mit günstigeren Tarifen.
- Ausgeschaltet: Der Speicher heizt gar nicht mehr; diese Einstellung eignet sich nur bei längerer Abwesenheit.
In der Praxis lassen viele Menschen den Speicher aus Bequemlichkeit oder Unwissen im Dauerbetrieb. Genau dadurch entstehen täglich unnötige Stromkosten.
Was dieses kleine Steuergerät zur Senkung des Stromverbrauchs leistet
Bei dem kleinen Gerät handelt es sich schlicht um eine Zeitschaltuhr für den Warmwasserspeicher. Sie wird im Stromkreis des Geräts installiert und bestimmt anschliessend, wann der Speicher Energie beziehen darf – und wann nicht.
Statt den Warmwasserspeicher ständig betriebsbereit zu halten, schafft die Zeitschaltuhr Heizfenster, die zum tatsächlichen Bedarf der Familie passen.
Praktisch arbeitet sie wie eine intelligente Uhr: Sie legen fest, wann sich der Speicher einschalten und das Wasser aufheizen soll, während er in anderen Zeiträumen vollständig von der Stromversorgung getrennt bleibt. Das Wasser wird dann in gebündelten Phasen erhitzt und behält seine Temperatur dank der Wärmespeicherung über viele Stunden.
Wie der Warmwasserspeicher mit weniger Strom dieselbe Temperatur hält
Dahinter steckt einfache Physik. Der Behälter ist wärmegedämmt, weshalb das Wasser nur langsam abkühlt. Wird der Warmwasserspeicher beispielsweise zweimal täglich für berechnete Zeiträume eingeschaltet, erreicht das Wasser dieselbe angenehme Temperatur, ohne dass das Gerät ununterbrochen ein- und ausschalten muss.
Ein typisches Beispiel: Die Zeitschaltuhr aktiviert den Speicher nachts und am späten Nachmittag. Am Morgen und während des Abends ist im Tank noch genügend warmes Wasser für komfortable Duschen vorhanden. Für die Person unter der Dusche bleibt das Ergebnis gleich, doch die Zahl der Heizstunden sinkt deutlich.
Praktische Vorteile einer Zeitschaltuhr
Wenn das Aufheizen an den eigenen Tagesablauf angepasst wird, bietet dieses kleine Gerät mehrere konkrete Vorteile:
- Weniger Betriebsstunden, wodurch Stromverluste vermieden werden, wenn niemand zu Hause ist.
- Bessere Nutzung günstigerer Tarife, sofern der Vertrag Zeiten mit Hoch- und Niedrigtarif vorsieht.
- Weniger Schaltvorgänge des internen Thermostats, was die Lebensdauer des Warmwasserspeichers tendenziell verlängert.
- Eine niedrigere Stromrechnung, ohne den Duschkomfort einzuschränken.
In Haushalten, in denen alle früh das Haus verlassen und erst abends zurückkehren, ist der mögliche Nutzen meist besonders hoch. Das Gerät kann dann fast den ganzen Tag vollständig ausgeschaltet bleiben, ohne den Alltag spürbar zu beeinträchtigen.
Installation: Das sollten Sie vor dem Kauf prüfen
Bevor ein Gerät installiert wird, sollte geprüft werden, wie der Warmwasserspeicher an das Stromnetz des Hauses angeschlossen ist.
- An eine Steckdose angeschlossen: Leistungsstärkere Warmwasserspeicher sollten nicht an gewöhnlichen Steckdosen betrieben werden. Steckdosen-Zeitschaltuhren sind in solchen Fällen wegen der hohen Stromstärke riskant.
- Direkt an den Sicherungskasten angeschlossen: Dies ist die geeignetste Lösung. Die Zeitschaltuhr wird im selben Stromkreis neben dem separaten Schutzschalter des Warmwasserspeichers installiert.
Wer mit Elektroinstallationen nicht vertraut ist, sollte einen Elektriker beauftragen. Auch als „einfach“ geltende Modelle erfordern Arbeiten an Leitungen mit hoher Belastung.
Verfügbare Modelle und wichtige Punkte
Das Angebot reicht von mechanischen Ausführungen mit Drehscheibe und Zeitstiften bis zu digitalen und vernetzten Geräten, die sich per App einstellen lassen.
- Prüfen Sie die unterstützte Leistung (bei elektrischen Warmwasserspeichern im Haushalt durchschnittlich 2.000 bis 3.000 Watt).
- Achten Sie auf eine einfache Programmierung: Je intuitiver die Bedienung, desto wahrscheinlicher wird der Zeitplan tatsächlich an den eigenen Alltag angepasst.
- Ziehen Sie vernetzte Modelle in Betracht, wenn sich Ihr Tagesablauf häufig ändert und Anpassungen aus der Ferne sinnvoll sind.
So legen Sie die besten Heizzeiten fest
Der häufigste Fehler besteht darin, den Zeitplan einer anderen Person zu übernehmen. Jeder Haushalt hat ein anderes Verbrauchsmuster. Sinnvoll ist es, einige Tage lang Folgendes zu beobachten:
- Die durchschnittlichen Duschzeiten morgens und abends.
- Die Tageszeiten, zu denen Warmwasser an Wasserhähnen besonders häufig gebraucht wird.
- Die Wochentage, an denen das Haus leerer oder stärker belegt ist.
Darauf aufbauend könnte eine einfache Programmierung so aussehen:
| Tagesablauf im Haushalt | Empfohlenes Heizfenster |
|---|---|
| Duschen früh morgens und abends | Eingeschaltet von 4–6 Uhr und 17–19 Uhr |
| Duschen nur abends | Eingeschaltet von 16–19 Uhr |
| Haus unter der Woche leer | Kurze Heizfenster zu den Duschzeiten; sonst ausgeschaltet |
Mit der Zeit zeigen kleine Anpassungen, wie weit sich die Heizdauer reduzieren lässt, ohne dass der Komfort darunter leidet.
Weitere Möglichkeiten, den Verbrauch ohne niedrigere Temperatur zu senken
Die Zeitschaltuhr ist nur ein Teil der Lösung. Kleine Massnahmen am Warmwasserspeicher selbst und beim Warmwasserverbrauch können das Ergebnis deutlich verbessern.
- Stellen Sie die Temperatur auf 55 °C bis 60 °C ein. Niedrigere Werte begünstigen die Vermehrung von Bakterien; deutlich höhere Temperaturen erhöhen den Stromverbrauch und das Verbrühungsrisiko.
- Entkalken Sie regelmässig. Ist das Heizelement mit Kalk bedeckt, benötigt es mehr Energie, um dieselbe Wassermenge zu erwärmen.
- Verwenden Sie Durchflussbegrenzer an Duschen und Wasserhähnen. Weniger Liter pro Minute bedeuten weniger verbrauchtes Warmwasser.
- Dämmen Sie Warmwasserleitungen, die durch kalte Bereiche wie Garagen oder Dachböden führen.
- Ersetzen Sie den Duschkopf durch ein sparsames Modell, das trotz geringerem tatsächlichem Durchfluss ein volles Strahlgefühl erzeugt.
Wird die Erwärmung effizienter und gleichzeitig weniger Wasser verbraucht, summiert sich der Effekt: weniger kWh, weniger Verschleiss und weniger Wartung.
Wie viel sich in der Praxis sparen lässt
Simulationen von Elektrikern und Unternehmen für Energieeffizienz zeigen, dass sich der Verbrauch dieses einzelnen Geräts durch kürzere aktive Heizzeiten und eine angepasste Temperatur um etwa 20% bis 30% verringern kann. Entscheidend ist dabei das bisherige Nutzungsverhalten.
Bei einer Stromrechnung von 300 R$, bei der der Warmwasserspeicher ein Drittel der Kosten verursacht, kann allein die Neuordnung der Heizzeiten monatlich Einsparungen von mehreren zehn R$ bringen. Über ein Jahr gerechnet amortisiert sich die Investition in die Zeitschaltuhr in der Regel und es bleibt zusätzlich ein finanzieller Vorteil.
Was vor einer Änderung der Heizroutine zu beachten ist
Nicht jeder Haushalt lässt sich gleich gut anpassen. Grosse Familien, deren Duschzeiten über den ganzen Tag verteilt sind, benötigen breitere Heizfenster. Haushalte mit Babys oder älteren Menschen bevorzugen möglicherweise einen grösseren Sicherheitsspielraum bei der Speichertemperatur.
Ein weiteres Thema sind zu starke Anpassungen. Wird die Heizzeit zu stark verkürzt, kann das Wasser gegen Ende des Tages kalt sein. Das führt zu Frust und oft zur Rückkehr in den Dauerbetrieb. Schrittweise Änderungen zu testen, ist meist der bessere Weg.
Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann die Zeitschaltuhr mit einer Photovoltaikanlage kombinieren. Das Wasser lässt sich bevorzugt während der Spitzenproduktion der Solarmodule aufheizen, sodass überschüssiger Strom als gespeicherter Wärmekomfort im Warmwasserspeicher genutzt wird.
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