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Industrielle Robotik: China verschiebt das globale Gleichgewicht

Mann in blauem Mantel bedient Tablet vor zwei orangefarbigen Industrierobotern in Labor mit Weltkarte.

Neue Daten von ZMAKP und HSE dokumentieren eine Verschiebung des globalen Gleichgewichts

Eine aktuelle Analyse der russischen unabhängigen Forschungseinrichtung „Zentrum für makroökonomische Analyse und kurzfristige Prognosen“ (ZMAKP) zur industriellen Robotik zeigt: Der Weltmarkt hat seine Phase starken Wachstums hinter sich und tritt in eine anspruchsvollere Entwicklungsphase ein. Außerhalb Chinas verlangsamt sich die Dynamik, während sich Fortschritte auf einzelne Branchen konzentrieren. China entwickelt sich dabei zum entscheidenden Motor der globalen Robotisierung.

Nach Angaben des Berichts verzeichnete der Markt zwischen 2014 und 2018 einen kräftigen Aufschwung. Die Zahl der Installationen von Industrierobotern stieg von 178 Tsd. auf 423 Tsd. Einheiten, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von nahezu 19% entspricht. Seit 2019 hat sich das Bild jedoch verändert: Außerhalb Chinas ist das Wachstum praktisch zum Stillstand gekommen.

China konnte sein Tempo dagegen nicht nur halten, sondern seine Stellung deutlich ausbauen. Der chinesische Anteil erhöhte sich von 4% im Jahr 2005 auf 37% im Jahr 2018; in den vergangenen Jahren installierte das Land stabil rund 276–295 Tsd. Roboter pro Jahr. 2021 kam es zu einem Sprung auf 275 Tsd. Installationen, anschließend erreichte der Markt ein Plateau. Damit ist China faktisch zum Zentrum der weltweiten Robotisierung geworden.

Industrielle Robotik: Schlüsselbranchen des Wachstums

Grundlage dieser Entwicklung ist die Ausrichtung auf Branchen mit besonders hoher Skalierbarkeit. Der größte Teil der Implementierungen entfällt auf die Automobilindustrie und die Elektronikfertigung, die weltweit weiterhin die wichtigsten Treiber der Robotisierung darstellen. Ihr gemeinsamer Anteil sank zwar von 58% im Jahr 2011 auf 47% im Jahr 2024, doch sie schaffen weiterhin die Basis für eine breite Einführung der Technologie. Zugleich gewinnen Metallurgie und Maschinenbau schnell an Gewicht: Ihr Anteil hat sich auf 16% verdoppelt.

Auch die Einsatzstruktur von Robotern wandelt sich. Nahezu die Hälfte des Marktes entfällt inzwischen auf Manipulatorroboter, deren Anteil auf 48% gestiegen ist. Während Schweißlösungen Anteile verlieren, wächst das Segment spezialisierter Systeme, etwa für Dosieraufgaben in der chemischen Industrie und der Lebensmittelindustrie. Ein weiterer deutlicher Trend ist das schnelle Wachstum kollaborativer Roboter: Ihr Anteil erhöhte sich innerhalb von sieben Jahren von 3% auf 12%.

Roboterdichte in Südkorea, der EU und Russland

Bei der Roboterdichte, also der Zahl der Roboter je 10 Tsd. Beschäftigte, bleibt Südkorea mit einem Wert von 1220 weltweit führend. Zum Vergleich: Der globale Durchschnitt liegt bei 162, in der EU bei 219. Die Wachstumsraten in den entwickelten Ländern fallen dabei vergleichsweise moderat aus und überschreiten üblicherweise nicht 10% jährlich.

Russland befindet sich noch in einer frühen Phase dieser Entwicklung, zeigt jedoch eine Beschleunigung. 2024 stieg die Roboterdichte von 18,9 im Vorjahr auf 29,5 Roboter je 10 Tsd. Beschäftigte, was einem Zuwachs von 56% entspricht. Für 2025 wird ein Wert von ungefähr 40 erwartet.

Die weitere Entwicklung hängt allerdings von den Investitionen ab. Zu den bremsenden Faktoren zählen der auslaufende Effekt der niedrigen Ausgangsbasis sowie eine geringere Investitionstätigkeit der Unternehmen. Abhängig vom jeweiligen Szenario könnte Russland bis 2030 eine Dichte von 60–70 bis 149 Robotern je 10 Tsd. Beschäftigte erreichen.

Das strukturelle Potenzial liegt dennoch deutlich höher. Der Anteil der Beschäftigten in Branchen mit hoher Robotisierung beträgt etwa 2,2–2,4% und entspricht damit Ländern, deren Roboterdichte 183–377 Roboter erreicht. Bei einer aktiven Industrie- und Investitionspolitik könnte Russland sich diesen Werten langfristig annähern.

Insgesamt beschreibt der Bericht eine neue Entwicklungsphase der Branche: Die Massenrobotisierung in den wichtigsten Industrien und Ländern hat bereits stattgefunden. Das weitere Wachstum wird weniger von der Technologie selbst als von Wirtschaftsstruktur und Investitionsentscheidungen bestimmt werden. China bleibt in dieser Konstellation der wichtigste Profiteur und Treiber des globalen Marktes.

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