Zum Inhalt springen

Vila Real: 50 Jahre Kommunalverwaltung und Wandel der Stadt

Zwei Männer mit portugiesischer Flagge, die auf eine Straße und Tunnel in hügeliger Landschaft schauen.

Rui Santos und Alexandre Favaios blickten auf 50 Jahre Kommunalverwaltung zurück und verknüpften diese Entwicklung mit dem Wandel der Gemeinde und der Distrikthauptstadt. Abwasserentsorgung, Universität, Mobilität und Arbeitsplätze prägten den Fortschritt.

Vor vier Jahrzehnten gingen Studierende zu Fuß über die Eisenbrücke, wichen vorbeifahrenden Lastwagen aus und waren auf einen einzigen Bus zur UTAD angewiesen. Ein städtisches Theater gab es in Vila Real ebenso wenig wie den Parque Corgo, während Sport- und Kulturangebote kaum vorhanden waren. Inzwischen zählt die Stadt mehr Einwohner, die Universität rund 9.000 Studierende, und neue Einrichtungen sowie Verkehrsprojekte sollen die Belastung auf den Straßen senken.

Dieses Bild zeichneten Rui Santos, Bürgermeister von 2013 bis 2025, und der amtierende Bürgermeister Alexandre Favaios bei einer Gesprächsrunde von JN und TSF zum 50-jährigen Bestehen der Kommunalverwaltung. Die Veranstaltung fand gestern, am 101. Jahrestag der Stadt, statt.

Der frühere Bürgermeister Rui Santos erinnerte an eine Zeit, in der zahlreiche Studierende den Weg zum Campus zu Fuß zurücklegten und fehlende Wohnheime sowie unzureichende Verkehrsverbindungen den Hochschulalltag erschwerten. „Wenn wir eine Kulturveranstaltung organisieren wollten, war das sehr schwierig. Wir hatten kein Theater“, erinnerte sich der Sozialist.

„Ich stelle mir vor, dass die Stadt Vila Real im Einklang mit den neuen Zeiten wächst, mit der Welt verbunden ist und diejenigen gut aufnehmen kann, die sich entscheiden, hier zu leben und mit Stolz eine Familie zu gründen“ (Rui Santos, PS-Abgeordneter im Parlament und ehemaliger Bürgermeister)

Der Anschlussgrad an die Abwasserentsorgung stieg von 63% im Jahr 2013 auf 87%. Die UTAD gewann rund 1500 Studierende hinzu, während die Gemeinde den bis 2016 verzeichneten Bevölkerungsrückgang umkehren konnte.

Der Marão-Tunnel stärkte die Zentralität von Vila Real

Mit dem Marão-Tunnel nahm die zentrale Bedeutung der Stadt zu. Rui Santos fasst dies so zusammen: „Vila Real ist die letzte Stadt des Hinterlands und die erste an der Küste.“ Darüber hinaus erhielt die Gemeinde zwei private Krankenhäuser, Sportanlagen und ein neues Gewerbegebiet, dessen erste Bauphase 80 Parzellen umfasst. In der zweiten Etappe sollen 56 weitere hinzukommen.

Dieses neue Areal wird zeigen, inwieweit Vila Real Investitionen und Arbeitsplätze dauerhaft an sich binden kann. Allein für die erste Phase gingen 178 Interessensbekundungen ein, darunter einige aus den Bereichen Technologie und Wasserstoff. Alexandre Favaios räumt ein, dass das Wachstum Chancen eröffnet habe, zugleich aber den Druck auf die Mobilität erhöhe.

„Ich möchte eine Gemeinde Vila Real mit Lebensqualität und mehr Unternehmen, die über die Eisenbahn mit Spanien und Europa verbunden ist, ohne ihre Vergangenheit und Erinnerung zu vergessen“ (Alexandre Favaios, Bürgermeister der Stadtverwaltung von Vila Real)

Die Stadtverwaltung von Vila Real finalisiert derzeit das Projekt für die Verbindung zwischen der Avenida 1.° de Maio und der Metallbrücke. Außerdem prüft sie eine äußere Ringstraße zwischen Mateus, der IP4, der A4 und dem Gewerbegebiet. Der amtierende Bürgermeister bezeichnet den für September geplanten Start des Medizinstudiengangs an der UTAD als weiteren „entscheidenden Schritt“, um „die Gesundheitsversorgung zu stärken“ sowie „Studierende und qualifizierte Fachkräfte anzuziehen“, erläutert Alexandre Favaios.

Der amtierende und der frühere Bürgermeister sind sich bei einer noch offenen Aufgabe einig: der Eisenbahn. Sie setzen sich für eine schnelle Verbindung zwischen Porto, Vila Real, Bragança und Zamora ein, die sowohl Fahrgäste als auch Güter befördern soll. „Bei der Eisenbahn dürfen wir nicht zurückbleiben“, stimmen beide überein.

Statistische Besonderheiten

Vila Real beeindruckt durch die Verbindung von Geschichte, Kultur und Natur zwischen der Serra do Marão und dem Tal des Flusses Corgo. Als Distrikthauptstadt ist die Stadt zugleich Verwaltungs-, Handels- und Hochschulzentrum der Region Trás-os-Montes.

7818 Hochschulstudierende

studierten im Jahr 2024 in Vila Real. Der Gemeinde gelang es, den Bevölkerungsrückgang umzukehren, wobei die Anziehungskraft der UTAD auf Studierende entscheidend war.

Technischer Hinweis

Die Pordata-Statistik zu den Gemeinden reicht in der Regel bis 2009 zurück. Ab 2011 liegt jedoch eine größere Zahl von Daten vor, die zwischen verschiedenen Jahren vergleichbar sind und dadurch methodische Konsistenz gewährleisten.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen