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bloc: Nachhaltige Kühlung für urbane Räume

Junger Mann sitzt auf urbaner Bank, entspannt mit geschlossenen Augen im Sonnenlicht, Pulsmesser neben ihm.

Großstädte erleben immer belastendere Sommer, weil Asphalt und Beton Wärme speichern. Eine neue nachhaltige Lösung soll das Stadtmobiliar verändern und Fußgängern unmittelbar Abkühlung verschaffen, ohne die örtliche elektrische Infrastruktur zusätzlich zu belasten.

Wie kann der innovative Ziegel städtische Räume kühlen?

Das von zwei jungen Erfindern entwickelte modulare System namens bloc nutzt die Verdunstung von Wasser in Verbindung mit Ton und Solarenergie. Mit dieser Technologie lässt sich die örtliche Temperatur um bis zu etwa 9 °C senken, sodass mitten in der täglichen Hitze angenehme Aufenthaltsorte entstehen.

Der dreidimensional gedruckte Keramikblock kombiniert mehrere praktische Komponenten, um im Freien eine möglichst hohe Effizienz zu erreichen. Seine baulichen und funktionalen Eigenschaften zeigen, wie diese passive Ingenieurtechnik durch entscheidende Faktoren direkt im Straßenraum wirkt:

  • Poröse Terrakotta: Das Material nimmt Wasser auf und speichert es, damit der natürliche Verdunstungsprozess stattfinden kann.
  • Solarbetriebene Belüftung: Kleine, mit Solarenergie versorgte Ventilatoren leiten die warme Luft durch die feuchte Keramik.
  • Wasserverbrauch: An Tagen mit Temperaturen von über 30 °C benötigt die Konstruktion ungefähr 57 Liter Wasser.
  • Regenwassersammlung: Die geformte Oberseite des Blocks kann täglich rund 23 Liter Regenwasser auffangen.
  • Aerodynamisches Design: Gebogene Flächen erzeugen kleine Schattenbereiche und unterstützen die Führung des kühleren Luftstroms.

Warum erreichen urbane Temperaturen alarmierende Werte?

Der Effekt städtischer Wärmeinseln sorgt dafür, dass Innenstädte deutlich heißer werden als das angrenzende Umland. Satelliten erfassen im Sommer beachtliche Temperaturunterschiede von etwa 10 bis 15 °C.

Dunkle Dächer und Betonflächen nehmen tagsüber intensive Sonnenstrahlung auf und geben die gespeicherte Wärme nur allmählich wieder ab. Dadurch bleibt die Atmosphäre selbst viele Stunden nach Sonnenuntergang drückend und unangenehm.

Welche Auswirkungen hat diese Erfindung auf den Alltag der Bürger?

Die Initiative entstand als Abschlussarbeit an der Zürcher Hochschule der Künste und konzentrierte sich auf alltagstaugliche funktionale Lösungen. Ihr zentrales Ziel bestand darin, die Nutzung herkömmlichen öffentlichen Mobiliars für Zeiten extremer Hitze neu zu denken.

Effiziente urbane Innovation

Intelligentes Stadtmobiliar

Das Design wurde im Studiengang Industriedesign entwickelt, um den tatsächlichen Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.

Die Konstruktion in Form einer niedrigen Wand ermöglicht es Bürgern, sich auszuruhen und zugleich die kühle Brise zu nutzen.

Dieses innovative Element eignet sich besonders für städtische Arbeitnehmer und Schüler, die in besonders gefährdeten öffentlichen Bereichen unter der starken Hitze leiden. Der positive Nutzen dieser praktischen Entwicklung zeigt sich vor allem an folgenden unmittelbar einsetzbaren Orten:

  • Bushaltestellen, an denen das Warten auf Verkehrsmittel häufig anstrengend ist.
  • Öffentliche Plätze ohne ausreichend Bäume oder wirksame natürliche Überdachungen.
  • Schulhöfe, die während der Pausen direkt der Sonnenstrahlung ausgesetzt sind.

Warum sollten Städte passive Kühlsysteme priorisieren?

Die breite Nutzung sauberer Technologien verhindert den Einsatz besonders schädlicher Kältemittelgase, wie sie in herkömmlichen Klimaanlagen verbreitet sind. Dieser Wandel schützt die globale Umwelt und bietet zugleich eine praktikable Alternative für offene Bereiche.

Wenn gefährdete Gemeinschaften unabhängig vom herkömmlichen Stromnetz entlastet werden, sinken die öffentlichen Betriebskosten erheblich. Das System beruht auf bewährten ökologischen Prinzipien und bietet dem kommunalen Haushalt durch folgende Aspekte große praktische Vorteile:

  • Vollständige Unabhängigkeit von Kabeln oder Anschlüssen an das lokale Stromnetz.
  • Vereinfachte Wartung, die sich auf das Nachfüllen von Wasser und die regelmäßige Reinigung beschränkt.
  • Intelligente Nutzung reichlich verfügbarer natürlicher Ressourcen wie Sonnenlicht und Regen.

Welche nächsten Schritte sind für die Umsetzung des Projekts geplant?

Als Nächstes wollen die Entwickler einen Prototyp im Maßstab 1:1 direkt in alltäglichen städtischen Umgebungen testen. Diese längere Experimentierphase ist entscheidend, um das Verhalten des Materials unter den widrigen Bedingungen stark frequentierter Gehwege zu beurteilen.

Der Block kann zwar die notwendige Pflanzung von Bäumen nicht ersetzen, stellt jedoch ein wertvolles ergänzendes Instrument gegen schwere Hitzewellen dar. Die beim James Dyson Award vorgestellte Erfindung bietet echte Hoffnung auf mehr städtisches Wohlbefinden.

Quellen: bloc° – ein modulares Kühlsystem für öffentliche Räume | James Dyson Award

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