Die Avenida AEP wird in Ramalde unter die Erde verlegt. Geplant ist zudem ein neuer Tunnel zwischen den Bereichen der Ponte da Arrábida und des Knotens Francos.
Porto steht vor einem umfassenden Umbau seines Straßennetzes: Vorgesehen sind eine Ausweichroute zur VCI, ein Tunnel von hinter der Ponte da Arrábida bis zum Bereich des Knotens Francos sowie die Tieferlegung der Avenida AEP in Ramalde. Bekannt gegeben wurden die Vorhaben am Dienstag nach einem Treffen zwischen Ministerpräsident Luís Montenegro sowie den Bürgermeistern von Porto, Pedro Duarte, und Lissabon, Carlos Moedas.
Gegenüber JN erklärte Pedro Duarte, es sei noch zu früh, konkrete Zeitpläne für die Bauarbeiten zu nennen. Diese Einschätzung könne erst nach Abschluss der technischen Studien erfolgen.
Der Bürgermeister ist dennoch überzeugt, dass am Dienstag „der Startschuss für die Projekte gefallen ist, die einen großen Teil des Verkehrs entlasten werden“, der die VCI täglich verstopft. Nach Ansicht des Bürgermeisters von Porto wird die Lösung möglicherweise nicht das gesamte Problem beseitigen. Die künftige Via de Cintura Externa soll der VCI jedoch wieder den Charakter einer Stadtstraße geben.
Die neue Via de Cintura Externa (VCE) ist als „Zwischenverbindung“ zwischen der Via de Cintura Interna (VCI) und der CREP/A41 vorgesehen und soll eine Durchquerung der Stadt ermöglichen. „Wenn wir diesen Eingriff im Zusammenhang mit der Lösung für den Knoten Francos betrachten, könnte dies die größte Veränderung beim Verkehrsfluss und bei der Kapazität im Großraum und insbesondere in der Stadt sein“, betonte Luís Montenegro.
„Heute wirkt [die VCI] eher wie eine Autobahn, auf der zahlreiche Autos unterwegs sind. Damit erhalten wir eine Alternative, die viel Verkehr umleiten kann. Zusammen mit weiteren Maßnahmen wie Geschwindigkeitsbegrenzungen könnte das erhebliche Auswirkungen haben“, ergänzte der Bürgermeister von Porto. Zur Entlastung des Knotens Francos sei außerdem „ein Tunnel geplant, der hinter der Ponte da Arrábida beginnt und an der Avenida AEP mündet“.
„Im Kern lösen wir damit das Problem des Knotens Francos, der nach Ansicht vieler derzeit der komplexeste Fall des Landes in Bezug auf Verkehrsstaus ist“, hob Pedro Duarte hervor.
Die Verlegung der Avenida AEP in Ramalde nahe der Zona Industrial unter die Erde soll die heute durch diese Verkehrsachse getrennten beiden Seiten verbinden. Sie bildet zugleich den Ausgangspunkt für den neuen Wirtschafts- und Unternehmensdistrikt (siehe Kasten).
Ergänzendes Netz
Die Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität in der Stadt sollen nicht darauf beschränkt bleiben. In einer Zeit, in der „immer mehr Autos in Porto unterwegs sind“, soll dieser Trend umgekehrt werden. Deshalb ist auch ein Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes vorgesehen.
„Unsere Idee ist eine Stadtbahn, bekannt als Tram, für die seit vielen Jahren geplante, aber nie verwirklichte Linie Campo Alegre. Hinzu kommt eine weitere Strecke, die wir Asprela-Linie nennen und die Casa da Música, den Universitätscampus und das Estádio do Dragão verbinden wird“, sagte der Bürgermeister von Porto gegenüber JN. Dadurch könnte eine Ringverbindung geschaffen werden, die die Stadt erschließt.
Wirtschafts- und Unternehmensdistrikt soll 35 Tausend Arbeitsplätze schaffen
Die für die Avenida AEP vorgesehene Baumaßnahme soll beide durch diese Straße getrennten Seiten zusammenführen und damit den Wirtschafts- und Unternehmensdistrikt von Porto entstehen lassen. Ziel dieser „städtischen Neuordnung“ der Zona Industrial in Ramalde sind 35 Tausend neue Arbeitsplätze sowie sechs Tausend neue Wohnungen für die Mittelschicht. „Wir wollen die heutige Avenida AEP unter die Erde legen, um die beiden Seiten dieses Industriegebiets miteinander zu verbinden und einen großen Bereich für Wohnungen, Unternehmensflächen, Dienstleistungen und öffentliche Räume zur Nutzung durch die Gemeinschaften zu schaffen – mit Grünanlagen und Flächen für Sport“, erklärte Portos Bürgermeister Pedro Duarte. Dabei unterstrich er auch den Vorrang sanfter Mobilität. Wie der Bürgermeister JN mitteilte, verfolgt die Umgestaltung außerdem das Ziel, „qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen, um junge Menschen in die Stadt zu holen“. Pedro Duarte ist überzeugt, dass Porto „die Voraussetzungen hat, ein Technologie-„Hub“ zu werden“.
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Moedas fordert Regeln
Während des Treffens sprach sich Lissabons Bürgermeister Carlos Moedas für eine stärkere Regulierung des Fahrdienstsektors TVDE und für „besondere Aufmerksamkeit“ beim touristischen Verkehr aus, insbesondere durch eine „Regulierung der Tuk-Tuks“.
Gefahr durch E-Scooter
Moedas ist der Ansicht, dass für E-Scooter klarere Maßnahmen erforderlich sind. „Die Abstimmung zwischen den Vorteilen, die diese Verkehrsmittel bieten, und ihrer Einbindung in den normalen Straßen- und Fußgängerverkehr ist zu einer wachsenden Sorge geworden“, räumte er ein.
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