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Holzbriketts: Bis zu dreimal mehr Wärme als Kaminholz

Person legt Holzscheite in einen schwarzen Holzofen neben einem Fenster mit Schnee draußen.

Wenn Strom- und Gaspreise in Bewegung geraten, nutzen zahlreiche Haushalte wieder häufiger Kamin oder Holzofen. Statt jedoch traditionelle Scheite einzulagern, entscheiden sich immer mehr Menschen für einen eher unauffälligen Brennstoff: stark verdichtete Holzbriketts aus Reststoffen der Holzindustrie. Nach Angaben der Hersteller können sie bis zu 300 Prozent effizienter sein als gewöhnliches Kaminholz.

Was in stark gepressten Holzbriketts steckt

Diese Briketts werden häufig auch als Holzpresslinge oder verdichtete Holzscheite angeboten und entstehen aus Sägemehl sowie Holzresten. Bei einem Hersteller kommen weder Klebstoffe noch chemische Zusätze zum Einsatz. Die Holzreste werden mit enormem Druck verdichtet, bis ein festes und kompaktes Stück entsteht.

Das Ergebnis ist ein gleichmäßiger, dichter Brennstoff mit sehr wenig Restfeuchte und deutlich höherem Energiegehalt als Luft-getrocknetes Kaminholz.

Da die Herstellung maschinell erfolgt, ist jedes Brikett nahezu identisch. Besonders wer bereits mit feuchtem, ungleichmäßigem oder krummem Scheitholz gearbeitet hat, bemerkt den Unterschied schnell: Holzpresslinge können einfacher gestapelt werden, verbrennen besser kalkulierbar und liefern gleichmäßigere Temperaturen.

Warum Holzbriketts bis zu dreimal mehr Wärme abgeben

Spürbar höherer Heizwert je Kilogramm

Ausschlaggebend ist vor allem der Feuchtigkeitsanteil. Selbst gut gelagertes klassisches Kaminholz enthält meist noch 20 bis 30 Prozent Wasser. Ein Teil der beim Verbrennen erzeugten Energie geht dadurch als Wasserdampf über den Schornstein verloren.

Hochwertige Holzbriketts weisen dagegen oft eine Restfeuchte von unter zehn Prozent auf. Üblicherweise erreichen sie deshalb etwa 4,8 bis 5,2 kWh pro Kilogramm. Bei trockenem Scheitholz liegen die Werte meist lediglich bei 2 bis 3 kWh pro Kilogramm.

Wer seinen Ofen mit Pressholz befeuert, braucht also deutlich weniger Brennmaterial, um dieselbe Raumtemperatur zu erreichen.

Gleichmäßigeres und saubereres Abbrennen

Durch ihre einheitliche Dichte vergasen die Briketts kontrollierter und verbrennen langsamer. Das Flammenbild sowie das Glutbett bleiben ruhiger, während die Wärme länger erhalten bleibt. Viele Anwender geben an, nachts seltener Brennstoff nachlegen zu müssen.

Gleichzeitig fallen weniger Rauch und Ruß an. Dadurch bilden sich geringere Ablagerungen im Schornstein, auf den Ofenscheiben und in der Brennkammer. Regelmäßiges Kehren ist weiterhin notwendig, doch die Reinigungsintervalle können sich oft verlängern.

Direkter Vergleich: Pressholz gegen klassisches Kaminholz

Die zentralen Unterschiede zeigen sich im direkten Vergleich:

Merkmal Holzbriketts / verdichtete Scheite Konventionelles Kaminholz
Heizwert pro kg ca. 4,8–5,2 kWh ca. 2–3 kWh
Feuchtigkeitsgehalt unter 10 % 20–30 % (luftgetrocknet)
Lagerbedarf bis zu 4-mal weniger Platz großer Holzstapel nötig
Aschemenge gering deutlich höher
Ökobilanz gut, da Holzreste genutzt werden abhängig von Herkunft und Schlag

Insbesondere in kleinen Kellerabteilen oder Reihenhäusern ist der geringere Platzbedarf ein wichtiger Vorteil. Anstelle mehrerer Raummeter gestapelter Scheite genügt häufig eine Ecke für ordentlich verpackte Brikettpakete.

Pressholz-Briketts richtig verwenden

Wer bisher ausschließlich Scheitholz genutzt hat, sollte seine Abläufe etwas umstellen. Im Ofen reagieren die Briketts anders als herkömmliche Holzscheite.

Den Ofen korrekt anfeuern

  • Zunächst mit trockenem Anzündholz oder natürlichen Anzündern ein kräftiges Feuer entfachen.
  • Das erste Brikett erst auflegen, wenn sich eine stabile Grundglut gebildet hat.
  • Zu Beginn mehr Luft zuführen, bis das Brikett vollständig brennt; danach die Luftzufuhr leicht reduzieren.

Abhängig von der Größe des Ofens raten viele Hersteller dazu, höchstens zwei bis drei Briketts gleichzeitig zu verbrennen. Eine zu große Menge Presslinge kann die Brennkammer überhitzen.

Lagerung: geschützt, trocken und gut belüftet

Trotz ihrer niedrigen Restfeuchte sind Holzpresslinge anfällig für Nässe. Sie nehmen Wasser auf und können dann leicht zerfallen.

  • Einen trockenen Lagerplatz mit guter Belüftung auswählen.
  • Papier- oder Folienverpackungen erst unmittelbar vor dem Heizen öffnen.
  • Die Pakete nicht direkt auf Beton abstellen, sondern auf einer Palette oder Holzleisten lagern.

Was Holzbriketts für die Umwelt leisten können

Heizenergie aus Restholz

Holzpresslinge werden normalerweise aus Sägemehl und Holzresten produziert, die beim Zuschnitt von Möbeln, Türen oder Bauholz entstehen. Anstatt diese Materialien zu entsorgen, verarbeiten Unternehmen sie zu Brennstoff weiter.

So entsteht ein Kreislaufprodukt, das Wälder schont und vorhandenes Material besser ausnutzt.

Bei der Verbrennung wird zwar CO₂ freigesetzt, dieses wurde zuvor jedoch aus der Atmosphäre aufgenommen und im Holz gespeichert. Bei nachhaltiger Forstwirtschaft bleibt dieser Kreislauf weitgehend ausgeglichen.

Weniger Feinstaub und weniger Verschmutzung

Da der Brennstoff trocken ist und gleichmäßig verbrennt, entstehen normalerweise weniger Feinstaub, Ruß und unverbrannte Gase als bei feuchtem Scheitholz. Davon profitieren nicht nur Schornsteinfeger, sondern auch die Nachbarschaft.

Wo sind die Nachteile?

Bei allen Vorteilen sind Holzbriketts kein problemloses Wundermittel.

  • Preis pro Tonne: Oft höher als bei lose verkauftem Kaminholz, wobei der höhere Heizwert dies teilweise kompensiert.
  • Verfügbarkeit: In Ballungsräumen meist gut, in ländlichen Gegenden je nach Händlernetz teilweise begrenzt.
  • Empfindlichkeit gegenüber Nässe: Gelangt Feuchtigkeit an die Presslinge, verlieren sie schnell Form und Qualität.
  • Eignung des Ofens: Für sehr alte Öfen oder offene Kamine sind sie weniger geeignet; zuvor sollte der Schornsteinfeger gefragt werden.

Besitzer eines modernen Kaminofens mit Sichtscheibe profitieren in der Regel besonders deutlich: Die Scheibe verrußt weniger, die Wärme bleibt konstant und der Holzverbrauch sinkt.

Bezugsquellen für Brennstoff und wichtige Kaufkriterien

Im Handel erscheinen diese Produkte unter mehreren Namen, darunter Holzbriketts, Pressholz, verdichtete Holzscheite und Nachtbriketts. Erhältlich sind sie unter anderem bei:

  • Bau- und Heimwerkermärkten
  • Brennstoffhändlern und Ofenstudios
  • Online-Shops, die Paletten per Spedition liefern

Beim Kauf sind folgende Angaben besonders relevant:

  • Der angegebene Feuchtigkeitsgehalt; unter zehn Prozent gilt als ideal.
  • Die Holzart: Reine Hartholzbriketts glühen häufig länger, während Nadelholz schneller Flammen erzeugt.
  • Die Herkunft der Späne sowie mögliche Zertifikate für eine nachhaltige Produktion.

Praxisbeispiele und Alltagstipps

Viele Nutzer setzen auf eine Kombination aus Scheitholz und Presslingen. Sie entzünden den Ofen mit einigen Holzscheiten und legen später ein Brikett auf die Glut. Damit verbinden sie das typische Flammenbild von Holz mit der langen Glutdauer der Presslinge.

Vor allem in der Übergangszeit, wenn die Abende kühl und die Tage noch mild sind, kann ein einzelnes Brikett mehrere Stunden lang Grundwärme liefern. Im tiefen Winter hilft eine Mischung aus Scheiten und Briketts dabei, gleichbleibende Temperaturen zu halten, ohne fortlaufend Brennstoff nachlegen zu müssen.

Beim Umstieg sollten Anwender zunächst das Rauchgasthermometer oder die Vorgaben des Ofenherstellers beachten. Wegen der höheren Energiedichte kann der Ofen stärker beansprucht werden, wenn auf einmal zu viel Brennstoff eingelegt wird. Besser ist es, die Menge vorsichtig zu dosieren und sich schrittweise an die optimale Befüllung heranzutasten.

Für viele Haushalte verändert sich die Rechnung mit Holzpresslingen: weniger Schleppen, weniger benötigte Lagerfläche und mehr nutzbare Wärme. Wer bereits einen Ofen hat und den Brennstoffmarkt verfolgt, wird an diesem verdichteten Holz kaum vorbeikommen.

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