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Gladsaxe setzt auf rote Straßenlaternen zum Schutz von Fledermäusen

Radfahrer auf Straße bei Abenddämmerung, rote Straßenlaternen, Fledermäuse fliegen am Himmel.

In Dänemark hat eine Kommune beschlossen, das weiße Licht ihrer Straßenlaternen durch rote Beleuchtung zu ersetzen. Damit sollen nachtaktive Tiere, die besonders empfindlich auf Lichtverschmutzung reagieren, geschützt und zugleich der Energieverbrauch der Stadt gesenkt werden.

Seit dem 8. Februar erleben Autofahrerinnen und Autofahrer in Gladsaxe, einer kleinen Kommune am Rand von Kopenhagen, die Frederiksborgvej – eine der wichtigsten Ausfallstraßen aus dem Zentrum der Hauptstadt – in kräftigem Rot. Die bisherigen Laternen entlang der Straße wurden ausgetauscht, damit sie die Fahrbahn nicht länger in den für die heute in europäischen Städten allgegenwärtigen LEDs typischen weiß-bläulichen Lichtschein tauchen.

Weißes Licht wird in den meisten Metropolen Europas vor allem aus Gründen der Verkehrssicherheit bevorzugt. Doch gerade dieses Lichtspektrum stellt für bestimmte nachtaktive Tiere eine erhebliche Quelle der Lichtverschmutzung dar. Es handelt sich um ein post-anthropozänes Stadtplanungsexperiment: Die Stadt richtet sich nach dem Tierreich, nicht umgekehrt.

Eine Lichtbarriere: der Albtraum der Fledermäuse

Die betreffende Straße verläuft an dicht bewaldeten Flächen entlang, in denen zwei besonders gefährdete Fledermausarten leben: die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) und das Braune Langohr (Plecotus auritus). Diese fliegenden Säugetiere werden durch weiße LED-Beleuchtung stark beeinträchtigt.

Die Augen von Fledermäusen reagieren äußerst sensibel auf kurze Wellenlängen, also auf Blau- und UV-Licht. Weißes LED-Licht enthält viel blaues Licht und überreizt daher ihre Netzhautrezeptoren. Für diese Arten bedeutet das Durchqueren dieses Lichtvorhangs, sich möglicherweise natürlichen Fressfeinden wie dem Turmfalken oder der Waldohreule auszusetzen.

Obwohl das Gelände rund um die Frederiksborgvej physisch offen ist, bleibt es biologisch geschlossen: Die Fledermauskolonien sind an ihren Rändern gefangen. Weil sie ihre Quartiere und Jagdgebiete nicht mehr erreichen können, verliert die Landschaft ihre ökologische Durchlässigkeit. Die Tiere werden in Vegetationskorridoren eingeschlossen, aus denen ein Entkommen äußerst schwierig ist.

Rot: eine Waffenruhe zwischen Asphalt und Wald

Bei herkömmlicher weißer LED-Beleuchtung – ob Straßenlaterne oder andere Lichtquelle – erzeugt eine blau leuchtende Diode bei rund 450 nm Licht, das eine Phosphorschicht anregt. Diese Schicht produziert anschließend die übrigen Farben. Das blaue Licht ist für die Lichtscheu der Fledermäuse verantwortlich.

Gladsaxe entschied sich deshalb, die alten Straßenlaternen an der Frederiksborgvej durch neue Modelle mit monochromatischen roten LEDs zu ersetzen. Das ausgesendete Licht beschränkt sich damit auf Wellenlängen oberhalb von 620 nm. Da Fledermäuse keine Fotorezeptoren besitzen, die auf langwellige Strahlung reagieren, nehmen sie dieses Licht fast nicht mehr wahr und können die Straße endlich nach Belieben überqueren.

Das menschliche Auge erkennt Rot hingegen sehr gut, denn unsere Netzhaut verfügt über L-Zapfen, die speziell auf lange Wellenlängen abgestimmt sind. Autofahrerinnen und Autofahrer können daher sicher fahren, obwohl die Fledermäuse den überflogenen Bereich als vollständig dunkel wahrnehmen.

Diese städtische Initiative gehört zum europäischen Programm Lighting Metropolis – Green Mobility. Das grenzüberschreitende Kooperationsprojekt in der Region Groß-Kopenhagen umfasst den Osten Dänemarks und den Süden Schwedens, also Schonen. Mit einem innovativen Einsatz von LEDs zur Verbesserung der urbanen Sicherheit und zur Energieeinsparung soll die Region zu einem weltweit führenden Standort für intelligente Beleuchtung und nachhaltige Mobilität werden.

Worauf warten die politischen Entscheidungsträger in Frankreich also noch, um solche Ideen zu übernehmen? Die Erneuerung der öffentlichen Beleuchtung, die heute in weiten Teilen des Landes weitgehend veraltet ist, bedeutet wenig im Vergleich zu den Leistungen, die Fledermäuse für uns erbringen. Indem sie unter anderem kostenlos die Ausbreitung von Mücken eindämmen, schützen diese ungeliebten Säugetiere unsere Gesundheit – und hätten Städte verdient, die an ihre Lebensweise angepasst sind.

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