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Simoldes baut erste Fabrik des Landes für Natrium-Ionen-Zellen

Junger Wissenschaftler im Labor hält Batteriepacks, Produktionslinie und Windräder im Hintergrund sichtbar.

Die Simoldes-Gruppe mit Sitz in Oliveira de Azeméis hat den Bau der ersten Fabrik des Landes zur Herstellung von Natrium-Ionen-Zellen für Batterien angekündigt. Die Anlage könnte bereits 2025 den Betrieb aufnehmen.

Neben dem Werk ist auch ein Technologieentwicklungszentrum geplant. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei mehr als 27 Millionen Euro.

Das Vorhaben wurde nun im Rahmen des Plano de Recuperação e Resiliência (PRR) genehmigt. Neben Simoldes beteiligen sich das Vasco da Gama CoLab, das die ersten Natrium-Ionen-Zellen in Knopfzellenform entwickelt und produziert hat, sowie die Fakultät für Ingenieurwesen der Universität Porto.

Gegenüber dem Jornal de Negócios erklärte Júlio Grilo, Innovationsdirektor von Simoldes Plásticos, dass sowohl die neue Fabrik als auch das Technologiezentrum in Oliveira de Azeméis entstehen sollen. Mit dem Bau könnte bereits im kommenden Jahr begonnen werden.

In diesem Fall würde die Fertigung der neuen Natrium-Ionen-Zellen 2025 starten, während ihre Vermarktung 2026 beginnen soll. Dafür gründet die Gruppe derzeit das neue Unternehmen Simoldes Energy.

Die Fabrik wird ausschliesslich die Zellen produzieren. Der anschliessende Einbau in die Batterien liegt bei den jeweiligen Endintegratoren.

Wo sollen die Natrium-Ionen-Zellen eingesetzt werden?

In der ersten Phase ist der Einsatz der neuen Natrium-Ionen-Zellen in den Bereichen Mobilität und stationäre Anwendungen in Gebäuden vorgesehen.

Im Mobilitätssektor dürfte das grösste Potenzial zunächst bei Fahrrädern liegen. Portugal verfügt über zahlreiche Fahrradfabriken, und der Umstieg auf Elektrofahrräder gewinnt weiterhin an Dynamik.

Auch die Automobilbranche könnte später berücksichtigt werden, zumal Simoldes bereits Komponenten für die Autoindustrie liefert. Dies hängt jedoch, wie Júlio Grilo dem Jornal de Negócios sagte, „von der Leistung der fertigen Batterie“ ab.

„Heute ist es noch viel zu früh, um die Leistung dieser Natrium-Ionen-Zelle im Vergleich zur aktuellen Lithium-Ionen-Technologie einschätzen zu können“, erläuterte Júlio Grilo. „Unsere Erwartung ist jedoch, eine ähnliche Leistung bei höherer wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und einer nachhaltigeren Materialbasis als bei Lithium zu erreichen.“

Eine nachhaltige Alternative zu Lithium?

Verschiedene Akteure aus der Automobil- und Batterieindustrie betrachten Natrium-Ionen-Batterien als mögliche künftige Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien.

Gegenüber Lithium-Ionen-Batterien des Typs NMC (Nickel, Mangan, Kobalt) bieten Natrium-Ionen-Batterien mehrere Vorteile.

Zum einen ist der grundlegende Rohstoff Natrium, der in Salz enthalten ist, auf der Erde deutlich häufiger vorhanden und leichter zu gewinnen als Lithium. Zum anderen gelten diese Batterien als sicherer und weisen nach vielen Hundert Entlade- und Ladezyklen eine geringere Alterung auf.

Ihre Umweltbelastung fällt geringer aus, und bei einer Massenproduktion könnten sie wesentlich günstiger werden.

Die von Simoldes bereits vorgestellten Knopfzellen – auch als Uhren-, Button- oder Münzbatterien bezeichnet und in Uhren sowie anderen elektronischen Geräten verwendet – sollen laut den vorliegenden Daten beispielsweise 20% günstiger sein als vergleichbare Lithium-Ionen-Zellen.

Die grösste „Achillesferse“ von Natrium-Ionen-Batterien bleibt ihre niedrigere Energiedichte gegenüber Lithium-Ionen-Batterien: 160 Wh/kg gegenüber 200-250 Wh/kg. Dadurch sind sie grösser und schwerer.

Möglicherweise sieht der Innovationsdirektor von Simoldes diese Technologie deshalb nicht als Ersatz für Lithium, sondern als ergänzende Technologie. Er räumt jedoch ein, dass „Lithium nicht die einzige Lösung sein kann“, weil es knapp ist.

Quelle: Jornal de Negócios

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