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Schulen in Lissabon: Metaprof meldet schwere Baumängel

Zwei Bauarbeiter mit Helm inspizieren Decke eines Klassenzimmers mit Fleck im Bereich der Decke.

Wassereinbrüche, marode Elektroanlagen und sogar Asbest: Die Bestandsaufnahme der Metaprof zu den Schulen in Lissabon dokumentiert in Dutzenden Einrichtungen gravierende bauliche Mängel. Für mehr als die Hälfte der erfassten Fälle ist bislang keine Finanzierung gesichert. Die Stadtverwaltung räumt zwar Defizite bei einem Großteil der Gebäude ein, verweist jedoch auf eine schrittweise Umsetzung der Maßnahmen und verneint Sicherheitsrisiken.

Metaprof: Mängel an Schulen in Lissabon

Bereits bei der Bewertung der Lage gehen die Einschätzungen auseinander. Die Metaprof, eine unabhängige Beobachtungsstelle zur Überwachung der Bedingungen an öffentlichen Schulen, zählt 33 Einrichtungen mit Sanierungsbedarf. Sie warnt vor unmittelbaren Folgen für die Lernbedingungen und die Gesundheit der Schulgemeinschaften. Die Stadtverwaltung bestreitet den Sanierungsbedarf nicht, weist die Darstellung einer Gefährdung jedoch zurück. „Der Stadtverwaltung ist keine Situation bekannt, die die Sicherheit oder Gesundheit der Schulgemeinschaften gefährdet“, heißt es in einer an JN übermittelten Antwort.

Finanzierung und Sanierungsprioritäten

Auch bei der Finanzierung unterscheiden sich die Darstellungen. Laut Erhebung haben 17 Schulen kurzfristig keinerlei Aussicht auf eine Modernisierung. Die Kommune hält dagegen, es handle sich nicht um einen Ausschluss, sondern um einen Zeitplan. „Dass die verfügbaren Mittel nicht für alle Schulen reichen, bedeutet keinen Ausschluss, sondern eine gestaffelte Planung der Maßnahmen“, erklärt sie und betont, dass die Verantwortung bei der Regierung liege.

Nach Darstellung der Stadtverwaltung ist das Problem umfassend, aber nicht überraschend. Insgesamt wurden 32 Schulen in die kommunale Verwaltung überführt; 28 davon benötigen eine Sanierung. Auf Grundlage technischer Bewertungen wurden sie Prioritätsstufen zugeordnet. Siebzehn gelten als sehr dringend oder dringend, während die übrigen einer mittleren Phase mit punktuellen Maßnahmen zugeordnet sind.

Die Kommune erkennt zudem einen langjährigen Investitionsrückstand an. „Viele Gebäude benötigen aufgrund jahrelang ausbleibender Investitionen des Zentralstaats in Instandhaltung und/oder Sanierung bauliche Eingriffe“, erklärt sie und verweist auf ein Erbe, das bereits vor der Übertragung der Zuständigkeiten bestanden habe. Welche Maßnahmen umgesetzt und wie sie finanziert werden, richtet sich nach national festgelegten Vorgaben im Rahmen des Dezentralisierungsprozesses. Dies beeinflusst den Zeitplan der Arbeiten.

Kurzfristig setzt die Stadtverwaltung auf Instandhaltungs- und Erhaltungsmaßnahmen, um den laufenden Betrieb zu gewährleisten. „Die Stadtverwaltung Lissabons hat in den übertragenen Schulen bei Bedarf Instandhaltungs- und Erhaltungsarbeiten durchgeführt“, teilt sie mit. Tiefgreifendere Maßnahmen sollen folgen, ihre Planung hängt jedoch von Entscheidungen und Mitteln auf zentralstaatlicher Ebene ab.

Asbest in Schulen in Lissabon

Der heikelste Punkt der Bestandsaufnahme – ein mögliches Asbestvorkommen – wird ebenfalls unterschiedlich bewertet. Die Metaprof führt das Thema unter den festgestellten Problemen auf. Die Stadtverwaltung verweist auf bereits abgeschlossene Arbeiten sowie auf weitere laufende Prüfungen. Sie hebt hervor, dass zwischen 2022 und 2023 an 11 Schulen Asbest entfernt wurde und das Instituto Ricardo Jorge mit einer Untersuchung beauftragt ist.

Dieses Bild steht im Kontrast zur langfristigen Planung. Die Bildungsplanung von Lissabon sieht bis 2034 neue Schulen, Sanierungen und ein an die demografische Entwicklung angepasstes Netz vor. Gegenwärtig zeigt sich jedoch ein anderes Bild: alternde Gebäude, verschobene Maßnahmen und eine schrittweise voranschreitende Reaktion.

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