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Autódromo do Estoril wird nicht vom Staat verkauft

Vier Männer diskutieren an einer Rennstrecke, einer hält Baupläne, ein anderer ein Tablet.

Das Autódromo do Estoril wird nun doch nicht vom Staat verkauft. Nachdem Parpública 2023 ein Verfahren zur Veräußerung der Betreibergesellschaft der Anlage vorbereitet hatte, wurde die Strategie geändert.

Circuito do Estoril S.A. teilte jetzt mit, „in Kürze“ ein Markterkundungsverfahren einzuleiten, um die Rennstrecke über die Bestellung eines dinglichen Erbbaurechts in Konzession zu vergeben.

Die Mitteilung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Autódromo do Estoril erneut öffentlich diskutiert wird. Der Bürgermeister von Cascais, Nuno Piteira Lopes, hatte eine mögliche Schließung der Anlage in Aussicht gestellt. Als Gründe nannte er die mutmaßliche Nichteinhaltung von Lärmschutzmaßnahmen sowie fehlende Voraussetzungen für die Durchführung von Veranstaltungen.

Vom Verkauf zur Konzession des Autódromo do Estoril

Die staatliche Gesellschaft Circuito do Estoril S.A., die Parpública gehört und das Autódromo do Estoril betreibt, will „in Kürze“ ein Markterkundungsverfahren für die Konzessionierung der Anlage starten.

Wie das Unternehmen in einer Mitteilung erklärte, soll ein dingliches Erbbaurecht für die Rennstrecke sowie die übrigen Anlagen im Gemeindegebiet von Cascais bestellt werden. Derzeit liefen verschiedene notwendige Vorbereitungen für das Verfahren.

Die Unterlagen mit den maßgeblichen Bedingungen und Konditionen sollen anschließend auf der Website des Unternehmens veröffentlicht werden. Die Markterkundung steht allen Interessierten offen.

Die Stadtverwaltung von Cascais hat bereits Interesse an der Übernahme des Anlagenbetriebs bekundet. Der bekannte Vorschlag sieht eine Konzession über 75 Jahre sowie eine Zahlung von 12,5 Millionen Euro an das Staatsunternehmen vor. Circuito do Estoril S.A. betont jedoch, dass das Verfahren offen gestaltet werde und kein Gewinner im Voraus feststehe.

Lärm und Infrastrukturzustand sorgen erneut für Kontroversen

Die Entscheidung fällt in einer Phase, in der das Autódromo do Estoril wieder im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte steht. In einem Interview mit ECO schloss der Bürgermeister von Cascais eine Sperrung der Rennstrecke wegen der angeblich nicht umgesetzten Lärmminderungsmaßnahmen nicht aus.

„Der Staat, Parpública und Circuito do Estoril haben ein Gerichtsurteil, das sie zu einer Reihe von Investitionen verpflichtet, insbesondere in Lärmschutzwände, die sie weiterhin nicht umgesetzt haben“, erklärte Nuno Piteira Lopes. „Vielleicht muss die Gemeinde Cascais die Rennstrecke eines Tages selbst schließen, weil das Lärmgesetz nicht eingehalten wird“, bekräftigte er.

In einer auf ihrer Website veröffentlichten Mitteilung versichert Circuito do Estoril S.A. hingegen, dass sie „die gesetzlichen Vorschriften zum Lärm sowie die Vorgaben des vom Gericht in Cascais erlassenen Urteils stets eingehalten hat und weiterhin einhalten wird“.

Das Unternehmen weist außerdem darauf hin, dass es im August 2025 Motorrad-Rennstreckentage aus der Liste der auf dem Kurs erlaubten Veranstaltungen gestrichen habe. Nach eigener Darstellung geht diese Maßnahme über die durch die Gerichtsentscheidung auferlegten Einschränkungen hinaus.

Ein weiterer angesprochener Punkt betrifft die Sicherheit, insbesondere den Zustand der Haupttribüne A des Autódromo do Estoril gegenüber den Boxen und der Ziellinie. Laut dem Bürgermeister besteht bei ihrem Dach „ein ernsthaftes Einsturzrisiko“.

Circuito do Estoril S.A. bestätigt, dass die Tribüne am 24. April 2025 geschlossen wurde. Sie fügt hinzu, dass „kein voraussichtlicher Termin für die Wiedereröffnung dieser Anlage absehbar ist“, solange nicht sämtliche Sicherheitsanforderungen erfüllt sind.

Quelle: ECO

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