Die spanische staatliche Werftengruppe hat in Puerto Real mit der Fertigung eines Modulprototyps für Punktverteidigungssysteme auf Schiffen begonnen. Das Vorhaben vereint neuartige Werkstoffe, fortschrittliche Konstruktion und additive Fertigungsverfahren im Grossformat. Umgesetzt wird es durch Navantia COEX Advanced Manufacturing, das Kompetenzzentrum des Konzerns. Damit macht Navantia einen weiteren Schritt bei der Einführung neuer Industrietechnologien in den spanischen Marineverteidigungssektor.
Prototyp für Punktverteidigungssysteme aus Puerto Real
Das Programm entsteht im Centro de Innovación de Fabricación Avanzada (CFA). Navantia will damit nicht nur die Leistungsfähigkeit des Systems steigern, sondern auch zentrale Faktoren jeder modernen Schiffsarchitektur verbessern: Sicherheit, Wartung, Qualität, Kosten, Vielseitigkeit und Nachhaltigkeit. Das Projekt beschränkt sich nicht auf den Prototypen, sondern soll ein neues Verfahren zur Herstellung und Einbindung von Verteidigungsfähigkeiten auf bereits im Einsatz befindlichen Plattformen erproben.
Ein wesentlicher Aspekt der Entwicklung ist ihr Plug-and-Play-Ansatz. Dadurch kann das Modul zügig auf aktiven Schiffen installiert werden, ohne dass umfangreiche bauliche Veränderungen nötig sind. Dies ist besonders relevant, da zahlreiche Marinen die Selbstschutzfähigkeiten ihrer Überwassereinheiten angesichts zunehmend komplexer Bedrohungen schnell ausbauen wollen.
Das Modul ist als selbsttragende Struktur ausgelegt. Das vereinfacht sowohl die Lagerung in Arsenalen als auch die kurzfristige Integration an Bord. Nach Angaben des Unternehmens ermöglichen innovative Materialien und moderne Fertigungstechniken komplexe Geometrien sowie disruptive Lösungen, die mit herkömmlichen Produktionsmethoden deutlich schwieriger oder gar nicht realisierbar wären.
Leichtere Modulstruktur durch fortschrittliche Polymere
Besondere Bedeutung kommt fortschrittlichen Polymeren zu, da sie einen grösseren Gestaltungsspielraum eröffnen und eine anspruchsvollere strukturelle Optimierung erlauben. Das Resultat ist laut den von Navantia bereitgestellten Informationen ein leichtes Modul, dessen Gewicht gegenüber vergleichbaren konventionellen Lösungen schätzungsweise um 40 % reduziert wird. In der Marine, in der Gewicht, Lastverteilung und eine einfache Installation entscheidende Faktoren sind, kann diese Verringerung zu massgeblichen operativen Vorteilen führen.
Die Herstellung dieses Prototyps ist zugleich das erste am CFA realisierte Druckprojekt mit der grossformatigen 3D-Maschine von CEAD. Dies gilt als Meilenstein für die spanische Schiffbauindustrie.
Über den technischen Nutzen hinaus bekräftigt der Schritt das Engagement des Unternehmens, fortschrittliche Fertigung in Verteidigungsprogramme mit praktischen Anwendungen einzubinden. Dadurch eröffnet sich der Weg für künftige modulare Lösungen, die leichter und schneller herzustellen sind und Militärschiffe an die wachsende Komplexität der Bedrohungen anpassen können.
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