Die umfassende Umgestaltung im Untergrund der spanischen Hauptstadt nimmt mit der Wiederinbetriebnahme schwerer Maschinen eindrucksvoll Fahrt auf. Dieses ambitionierte Ingenieurvorhaben soll den öffentlichen Nahverkehr in Madrid grundlegend verändern: Es verbindet weit entfernte Stadtviertel und schafft mit hochleistungsfähiger Technologie schnelle Verbindungen unter historischen Straßen.
Wie verändert die Tunnelbohrmaschine Mayrit den Untergrund von Madrid?
Die 98 Meter lange Großmaschine nahm ihre Arbeit im März 2026 auf. Damit setzt sie einen bedeutenden historischen Meilenstein, denn nach 15 Jahren vollständigen Stillstands im Untergrund arbeitet erstmals wieder eine Tunnelbohrmaschine in diesem Gebiet.
Schon nach lediglich 55 aktiven Einsatztagen auf der Linie 11 zeigte die Anlage eine bemerkenswerte Leistung. Der zügige Vortrieb lieferte eindrucksvolle Zahlen, die das Ausmaß des Bauvorhabens verdeutlichen und in der folgenden technischen Liste detailliert aufgeführt sind.
- Ausgehobene Strecke: Von Comillas aus wurden bereits mehr als 670 Meter vollständig gebohrt.
- Abgetragenes Volumen: Während der ersten Aushubphase wurden 46.676 Kubikmeter Erdreich entfernt.
- Eingebaute Ringe: 389 kreisförmige Betonstrukturen wurden montiert, um den Tunnel vollständig abzustützen.
- Tagesleistung: Im Mai erreichte der Bohrfortschritt rund 20 Meter pro Tag.
- Geplante Verbindung: Im Juni soll die Verbindung zwischen Comillas und der Station Madrid Río hergestellt werden.
Welches ökologische Ziel hat das gesamte ausgehobene Erdreich?
Die fachgerechte Entsorgung der geologischen Materialien ist ein zentraler Aspekt des Umweltmanagements bei diesem spanischen Projekt. Das über Förderbänder abgeführte Erdreich gelangt zunächst in großvolumige Schächte und wird anschließend zu den vom Team im Voraus vorgesehenen Zielorten transportiert.
Eine Flotte von etwa 150 Lastwagen ist fortlaufend im Einsatz, um das felsige Material an der Oberfläche abzutransportieren. Die schweren Fahrzeuge bringen die gesammelten Sedimente zur Rekultivierung ehemaliger Bergbauflächen und zur Sanierung einer in der Region vollständig stillgelegten Deponie.
Wie werden die tragenden Tunnelstrukturen hergestellt?
Die bauliche Sicherheit der ausgehobenen Tunnelröhren hängt unmittelbar von der sofortigen Montage hochfester modularer Auskleidungen ab. Zu diesem komplexen Logistikprozess gehören spezielle Produktionsstandorte außerhalb der Stadt; die wichtigsten betrieblichen Einzelheiten sind im nachstehenden Informationsblock dargestellt.
Herstellung von Tübbingen in Noblejas
Industrialisierte Ingenieurtechnik in Toledo
Für die Fertigung der Betonteile für den Ausbau wurde in Noblejas eigens ein Werk eingerichtet. Rund 50 Beschäftigte arbeiten in dieser spezialisierten Anlage und stellen täglich 42 Tübbinge her.
Diese kontinuierliche Tagesproduktion entspricht exakt sechs vollständigen Tragwerksringen. Mit Spezialfahrzeugen für große Lasten werden die Bauteile zur Baustelle in Comillas transportiert.
Jede vollständige Ringstruktur entsteht durch die präzise Verbindung von sieben einzelnen Elementen aus festem Beton. Die strenge Planung soll unvorhergesehene Abläufe auf der Baustelle vermeiden und folgt wesentlichen Fertigungsschritten, die in den folgenden Punkten der technischen Prüfung aufgelistet und erläutert sind.
- Herstellung der sieben Tübbingelemente im Werk in Toledo.
- Spezialisierter Straßentransport mit Fahrzeugen, die für extreme Gewichte ausgelegt sind.
- Millimetergenaues unterirdisches Einsetzen durch die Tunnelbohrmaschine selbst.
Welche Vorteile werden für die städtische Mobilität erwartet?
Der vorgesehene Ausbau der historischen Linie 11 soll eine für Madrid besonders wichtige diagonale Verbindung schaffen. Strategische Stadtbereiche lassen sich dann durchqueren, ohne zwingend das Zentrum passieren zu müssen, wodurch sich die täglichen Fahrzeiten der Nutzer des Systems deutlich verkürzen werden.
Diese saubere Metro-Alternative wird unmittelbar dazu beitragen, chronische Verkehrsstaus und die starke Luftverschmutzung der Hauptstadt zu verringern. Die übergeordneten Pläne für die räumliche Erweiterung umfassen klar definierte Verkehrsziele, die in den folgenden Kernpunkten aufgeführt sind.
- Gesamtausbau auf mehr als 33 Kilometer moderner Gleisstrecke.
- Direkte Verbindung zwischen den Gebieten Cuatro Vientos und Valdebebas.
- Deutliche Verringerung der städtischen Abhängigkeit von lauten Privatfahrzeugen.
Welche nächsten Projektphasen und Investitionen sind vorgesehen?
Für die Tunnelbohrmaschine sind die Strecken der kommenden kontinuierlichen Arbeitsphasen klar festgelegt. Nach der Verknüpfung der ersten geplanten Stationen wird die Anlage umfassend gewartet, bevor sie ihren Vortrieb konsequent in Richtung weiterer strategischer Ziele fortsetzt.
Das Gesamtbudget für diese Modernisierung der Metro liegt bei mehr als 739 Millionen Euro. Der größte Anteil dieser erheblichen Summe finanziert den Tunnel sowie fünf neue Stationen und schafft damit eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur für die Zukunft.
Quellen: Gemeinschaft Madrid
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