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TKMS und Marmen kooperieren für das U-Boot Typ 212CD in Kanada

Zwei Ingenieure mit Schutzhelmen und Warnwesten prüfen Pläne vor einem U-Boot in einer Werkhalle.

Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) hat mit dem kanadischen Unternehmen Marmen eine strategische Kooperationsvereinbarung geschlossen. Ziel ist die Beteiligung des Unternehmens an der Fertigung wichtiger Komponenten für das U-Boot Typ 212CD, das der Royal Canadian Navy im Rahmen des Ersatzprogramms für die derzeitigen U-Boote der Victoria-Klasse angeboten wird.

Die Vereinbarung wurde durch ein Teaming Agreement sowie ein Memorandum of Understanding (MoU) formalisiert. Marmen soll ausgewählte Rumpfsektionen und komplexe Baugruppen des U-Boots fertigen und dabei seine Erfahrung in der hochpräzisen Produktion in eines der fortschrittlichsten konventionellen U-Boote einbringen, die derzeit im Einsatz sind. Damit unterstreicht TKMS seine Absicht, die kanadische Verteidigungsindustrie in seine industrielle Schiffbau-Lieferkette einzubinden.

TKMS und Marmen für das U-Boot Typ 212CD

Thomas Keupp, Chief Sales Officer von TKMS, hob die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor: „Dank dieser strategischen Partnerschaft mit Marmen bauen wir unsere industrielle Präsenz in Kanada aus und nutzen die Stärken des Fertigungsökosystems in Québec. Marmens innovativer Ansatz wird eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung des 212CD-Programms und der Anforderungen der Royal Canadian Navy spielen.“

Nach den vorliegenden Informationen wird die Einbindung von Marmen TKMS helfen, seine Produktionskapazitäten auszubauen und zugleich Wissen nach Kanada zu transferieren. Dies soll während des gesamten Programmlebenszyklus eine souveräne Unterstützung im Betrieb gewährleisten. Die wirtschaftlichen Effekte sollen mit der Vertragsunterzeichnung beginnen, zunächst durch Investitionen in Ausrüstung und industrielle Infrastruktur. Erwartet wird die Schaffung von mehreren hundert neuen Arbeitsplätzen.

Patrick Pellerin, Präsident von Marmen, erklärte: „TKMS hat ein unerschütterliches Engagement und eine vorausschauende Führung bei der Entwicklung der industriellen Fähigkeiten Kanadas bewiesen. Marmen ist stolz darauf, mit TKMS an einem Programm von solch nationaler Bedeutung zusammenzuarbeiten. Unsere Teams in Trois-Rivières und in ganz Québec verfügen über umfassende Erfahrung in der komplexen Fertigung, und wir freuen uns darauf, mit unseren Fähigkeiten zur nächsten Generation der U-Boot-Technologie für Kanada beizutragen.“

Québec als Standort der kanadischen Verteidigungsindustrie

Die Kooperation betont zugleich die Rolle der Provinz Québec im industriellen Verteidigungssektor. Insbesondere Trois-Rivières gilt aufgrund seiner industriellen Exzellenz, fortschrittlichen Fähigkeiten und hoch qualifizierten Arbeitskräfte als bedeutender Standort. Die Stadt festigt damit ihre Stellung als relevanter Akteur in der kanadischen maritimen und verteidigungsindustriellen Lieferkette.

Die Bekanntgabe erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die kanadische Regierung die Auswahl eines künftigen Lieferanten für bis zu zwölf neue U-Boote vorantreibt. Im Oktober trafen sich die Verteidigungsminister Deutschlands und Norwegens mit ihrem kanadischen Amtskollegen sowie lokalen Abgeordneten, um das U-Boot Typ 212CD als Nachfolger der Victoria-Klasse zu bewerben. Lokalen Berichten zufolge ist der Wettbewerb derzeit auf TKMS und das südkoreanische Unternehmen Hanwha beschränkt.

Industrielle Kompensation und Produktionspläne von TKMS

Im Zusammenhang mit diesen Verhandlungen erklärte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius, Berlin arbeite an einem Angebot, das Mechanismen für industrielle Kompensation enthalten würde. Zu den geprüften Optionen zählt ein möglicher Erwerb eines in Kanada produzierten Gefechtsführungssystems durch Deutschland. Als wichtigster Kandidat gilt das CMS 330 von Lockheed Martin Canada.

Pistorius erklärte außerdem, dass TKMS Angebote vorgelegt habe, um die kanadische Industrie sowohl in den Bau der U-Boote als auch in das Zuliefernetz für Komponenten einzubeziehen. Auf die Aussagen von Hanwha zu kurzfristigen Liefermöglichkeiten angesprochen, sagte er zudem, das deutsche Unternehmen plane eine Erhöhung seines Produktionstempos. Ab 2027 sollen jährlich zwischen drei und vier U-Boote gefertigt werden.

Abbildungen dienen ausschließlich Illustrationszwecken.

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