Vor dem Sturz der Regierung trat der Ministerrat am 10. März 2025 zusammen und verabschiedete eine Entschließung, mit der Infraestruturas de Portugal (IP) angewiesen wird, bei als vorrangig eingestuften Straßenbauprojekten voranzugehen. Dazu gehört auch die Untersuchung einer Verbindung zwischen Trafaria und Algés.
In einer Mitteilung kündigte die Regierung an, rund 30 prioritäre Straßeninfrastrukturprojekte in Portugal vorantreiben zu wollen. Der offiziellen Erklärung zufolge „besteht das Ziel darin, die Untersuchung neuer Verkehrswege fortzusetzen und dabei die in diesem Bereich bereits festgelegten und verfolgten Pläne und Programme zu berücksichtigen – insbesondere den Nationalen Straßenplan und das Nationale Investitionsprogramm 2030. Schließlich sollen Maßnahmen an den bestehenden Straßen des Straßennetzes durchgeführt werden, um ihnen angemessene Kapazitäten sowie geeignete Verkehrs- und Sicherheitsbedingungen zu verleihen“.
Wie diese Vorhaben finanziert werden sollen, erläuterte die Regierung offenbar nicht. Sie teilte jedoch mit, dass die Möglichkeit der Nutzung öffentlich-privater Partnerschaften (ÖPP) zur Realisierung der wichtigsten Straßenachsen geprüft werde.
Bei diesem Modell finanzieren private Unternehmen den Bau und die Instandhaltung der Straßen und erhalten anschließend eine Vergütung. Diese kann die Einführung von Mautgebühren oder direkte staatliche Zahlungen über einen bestimmten Zeitraum umfassen.
Geplante Maßnahmen für IP8, A26 und IP3
Vorgesehen ist somit eine Kapazitätserweiterung der IP8 (A26), die an die bereits getätigten Investitionen auf der Strecke zwischen Sines und Beja anknüpft und auf eine zweispurige Verbindung bis Beja abzielt. Darüber hinaus ist der Bau der IP3 zwischen Souselas und Viseu geplant. Dies schließt den Ausbau des Abschnitts zwischen Santa Comba Dão und Viseu auf zwei Fahrbahnen ein; die Arbeiten sollen noch in diesem Monat beginnen.
Zusätzlich sind die Sanierung und Erweiterung der folgenden Straßen vorgesehen:
- EN/ER128: Brücke über den Rio Maçãs;
- Verbindung zwischen EN101 und EN14 (Knoten Infias);
- Zufahrt zum Eisenbahnterminal Alfarelos von der EN341 aus;
- EN222 (Bateiras – São João da Pesqueira);
- IC2 zwischen Pombal und Rendinha;
- EN307 in Terras de Bouro;
- EN233 (Guarda – Sabugal);
- Verbindung zwischen IC35 und EN106 in Rans;
- IC8 (Pombal – Vila Velha de Ródão);
- Sanierung des Abschnitts EN224-1;
- Anbindung der Via Lordelo-Codal an den Knoten A32.
Umfahrungen und zentrale Straßenachsen
Außerdem sind folgende Umfahrungen geplant:
- Umfahrung der EN210;
- Umsetzung des zweiten Abschnitts der Via do Tâmega zwischen Corgo und Arco do Baúlhe (A7);
- Fertigstellung der Verbindung von der Umfahrung zur EN326 zwischen Santa Maria da Feira und Arouca;
- Maßnahme an der EN201 sowie Umfahrung der EN101 in Vila Verde.
Zu den als besonders bedeutsam eingestuften Verkehrswegen zählen:
- Grenzüberschreitende Verbindung IC31 (Castelo Branco – Monfortinho);
- IC35 (Sever do Vouga – A25);
- IC6 (Tábua – Folhadosa);
- Abschluss des Korridors A13/IC3, einschließlich der Abschnitte zwischen Vila Nova da Barquinha (A23) und Almeirim sowie zwischen Coimbra und der IP3;
- Anbindung der IP2 (Trancoso) an die A24 (Gebiet Lamego) durch den Bau der IC26;
- IC9 (Abrantes – Ponte Sor);
- Abschnitt der IC11 in Lourinhã;
- IC13 als Verbindung zwischen Montijo, Coruche, Mora, Ponte Sor und Alter do Chão;
- IP2 im Autobahnprofil zwischen Portalegre und Estremoz;
- Untersuchung der Verbindung Algés/Trafaria;
- Straßenachse Aveiro – Águeda, die auch wegen ihrer Aufnahme in den PRR prioritär ist und nach ihrer Fertigstellung als EN 235 bezeichnet wird.
PRR-Finanzierung und offene Zukunft der Projekte
Für die bereits im PRR (Plan für Aufbau und Resilienz) vorgesehenen Arbeiten sind eine Neuplanung sowie die Sicherung der Finanzierungsbedingungen geplant. Dies betrifft die Umsetzung der IC35 (Rans und Entre-os-Rios), die Umfahrung der EN222 zur Verbindung der A32 mit Castelo de Paiva, die Umfahrung der EN321-2 im Gebiet von Baião und Lodão sowie die für den Abschnitt zwischen Vinhais und Bragança geplante Umfahrung der EN103.
Neue Regierung?
Nach dem Sturz der aktuellen Regierung und angesichts der noch für die Mitte dieses Jahres vorgesehenen Neuwahlen bleibt offen, ob die nächste Regierung dieselben Bauvorhaben mit dem gleichen Prioritätsgrad beibehalten wird.
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